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Wie Du Arthrose bei Deinem Hund wirklich vorbeugen kannst.

Lass uns mit einem knallharten Fakt starten: Arthrose ist keine Alterserkrankung. Sie entsteht nicht automatisch, weil Dein Hund alt ist. Das ist ein hartnäckiger Mythos, der noch im Kopf vieler Hundebesitzer herumschwirrt. In Deinem auch?


Du fragst Dich vielleicht "Aber... viele alte Hunde haben doch Arthrose. Wieso hat das dann nix mit dem Alter zu tun?" Das ist soweit richtig. Doch sie haben die Arthrose nicht, weil sie alt sind. Sondern aus anderen Gründen. Und darum geht es unter anderem in diesem Blogbeitrag.


Warum es uns so spät auffällt


Folgendes ist wichtig zu wissen, wenn Du Dich jetzt über diese Aussage mit dem Alter wunderst: Arthrose entsteht nicht von heute auf morgen. Arthrose entsteht über einen langen Zeitraum hinweg und fängt mit so winzigen Veränderungen an, dass die von den meisten Hundebesitzern einfach nicht wahrgenommen werden. Unsere Hunde sind wahre Meister im Kompensieren. Dieses Ausgleichen, wenn eine Funktion im Körper nicht 100% gut nutzbar ist, ist auch wichtig. Denn wer Schwäche zeigt, fliegt aus dem Rudel. Und dieses Verhalten sitzt tief in unseren Hunden. Also kompensieren sie, was das Zeug hält. Und wenn Dir und vielen anderen Hundebesitzern dann etwas auffällt - wie schweres Aufstehen nach Ruhepausen oder erste humpelige Schritte bevor sich Dein Hund warmgelaufen hat - dann sind die Fortschritte in der Erkrankung Arthrose bereits so groß, dass Dein Hund nicht mehr kompensieren kann. Das System ist an seine Grenzen gekommen.


golden retriever senior auf dem Boden liegend

Was genau löst denn Arthrose aus?


Jedes Gelenk besteht aus mindestens 2 knöchernen Partnern, die sich gegenüberstehen. Damit sie in der Bewegung besser gleiten können, haben sie auf den sich gegenüberstehenden Flächen Gelenkknorpel. Dieser dient zudem als Puffer, wenn es mal etwas dynamischer hergeht und Dein Hund über die Wiese tobt. In jedem Gelenkknorpel sitzen Zellen, die neues Knorpelgewebe bauen. Denn das ist das Prinzip alles Lebenden: Etwas Altes geht zugrunde und etwas Neues entsteht. So auch im Knorpel. Wenn nun aber die Belastungen, die ein Gelenk tagtäglich aushalten muss, in ihrer Summe so groß sind, dass mehr Knorpelgewebe kaputt geht als neues gebildet werden kann, dann nimmt die Erkrankung Arthrose ihren Lauf. Es kommt zu winzigen Verletzungen im Knorpel. Erschwerend kommt hinzu, dass der Gelenkknorpel keine eigenen Blutgefäße zur Versorgung mit wichtigen Nähr- und Baustoffen hat. In der Bewegung wird er wie ein Schwamm zusammengedrückt (Bein am Boden mit Körpergewicht drauf) und wieder "locker" gelassen (Bein in der Schwungphase in der Luft). Hält man so einen ausgedrückten Schwamm unter´s Wasser, saugt er sich beim Loslassen voll. Nur um ihn dann wieder auszudrücken. So funktioniert die Ernährung des Gelenkknorpels. Im Gelenk gibt es nämlich noch die Gelenkschmiere - eine Flüssigkeit, die alle wichtigen Nährstoffe enthält und die wird in den Knorpel reingesogen.

Die Verletzungen im Knorpel summieren sich. Der Körper reagiert mit ersten kleinen Entzündungsreaktionen - das Gelenk wird etwas dicker, es schmerzt, ist warm und der Hund mag es nicht bewegen. Das war vielleicht der Moment, in dem man hätte aufhorchen können. Aber vielleicht wurde es mit Schmerzmitteln und etwas Schonung wieder gut. Und dann ist auch erstmal nichts mehr passiert. Also vergisst man diesen Vorfall wieder. Aber im Gelenk geht der Prozess der Zerstörung munter weiter.


Das Gelenk reagiert und verändert sich


Der Knorpel wird dünner, es wird weniger neues Knorpelgewebe gebildet. Die Gelenkkapsel, die das Gelenk als Abgrenzung nach außen umgibt, wird dicker. Sie bildet eigentlich die Gelenkschmiere. Diese bildet sie dann weniger. Dadurch ist es nicht mehr so geschmeidig im Gelenk. Und es kommen weniger Nährstoffe zum Knorpel. Der Körper baut zusätzliches Knochenmaterial ans Gelenk an, weil er es damit stabiler machen will. Diese zum Teil sehr spitzen Zubildungen verursachen aber natürlich Reibung und damit Schmerzen. Zudem ist das Gelenk dadurch auch nicht mehr voll beweglich. Weniger Bewegung bedeutet aber zeitgleich auch weniger Gelenkschmiere. Und damit weniger Ernährung für den Knorpel. Der kann weniger regenerieren. Ein Teufelskreis in vollem Gange.

Das alles ist ein Automatismus vom Körper, um das Gelenk anzupassen. Anzupassen an die Belastungen, die es aushalten muss. Und ich schreibe bewusst "muss", denn es ist leider keine Hundedenke sich gelenkschonend zu bewegen im Sinne des Vorbeugens. "Oh, dieser Sprint könnte meinen Zehengelenken nicht gut tun. Ich lasse das lieber." Nein. Ganz im Gegenteil. "Wow! Mein Hundekumpel/Spieli/Sport/ etc., der mir so viel Freude und Spaß bereitet (und ich dann voller Adrenalin bin, was mir jeglichen Schmerz wegdrückt) - jetzt muss ich aber Vollgas geben." Es ist an uns zu reagieren. Vorausschauend. Und rechtzeitig.


ein schwarzer Schäferhund und ein Huskymix, die spielend am Strand rennen

Was ist denn eine Belastung?


Zu viel oder zu wenig Bewegung. Ja, auch zu wenig Bewegung, vor allem im Wachstum. Denn alle Strukturen am Bewegungsapparat können sich nur so stark entwickeln, wie sie trainiert werden. Wird etwas immer geschont, entwickelt es sich nicht ausreichend stark. Also bitte tragen wir unsere jungen Hunde nicht dauernd die Treppe hoch und runter - sondern nutzen das Treppensteigen als kontrolliertes Training. Wichtige Do´s und Don´t gibt es gern in einem eigenen Blogbeitrag. 😅 Es gibt so viele unsinnige "Regeln", die noch im Kopf vieler Welpen- und Junghundebesitzer festkleben - dabei sind die nach dem neuesten Stand der Forschungen längst überholt.


Zu viel Bewegung ist aber auch sehr individuell zu betrachten. Manche kommen mit 3x am Tag ins Auto springen oder einem Stockwerk mit Treppe gut zurecht. Andere nicht. Woher merke ich denn, was für meinen Hund zu viel ist? Jaaaaa, das ist eine der richtig guten Fragen. Und schwer zu beantworten.


Die Rasse ist hier ein wichtiger Anhaltspunkt. Es gibt einfach Rassen, die haben genetisch bedingt keine gute stabile Basis in ihrem Knorpel- und Bindegewebe. Aus Bindegewebe ist die Gelenkkapsel beispielsweise. Oder die Gelenkbänder, die ein Gelenk von außen stabilisieren sollen. Aus Knorpel sind beispielsweise die Knorpelflächen im Gelenk oder auch die Bandscheiben. Und wenn diese Gewebe von Geburt an nicht besonders stabil sind, sind sie auch anfälliger für Verletzungen und Erkrankungen. Schäferhunde und andere Hütehunde sind hier zu nennen. Kompakte sogenannte chondrodystrophe Rassen wie Frenchies, Möpse oder Dackel sagen es schon in dieser Bezeichnung - chondrodystroph - bedeutet "chondro" für Knorpel und "dystroph" für fehlentwickelt. Was folgt sind besonders häufig Verletzungen bzw. Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule samt Bandscheiben. Richtig krass ist - finde ich - dass solche Rassen auch gern in so richtig dynamischen oder körperlich sehr fordernden Sportarten eingesetzt werden. Mit allen Folgen. Dann ist so ein Schäfi halt durch mit 8 Jahren... wer kann denn auch ahnen, dass der so viele Probleme am Rücken bekommt (immerhin war ja zum Röntgen mit 12 Monaten alles in Ordnung)... Bitte verzeih meinen Sarkasmus an dieser Stelle. Weisst Du, ich behandle nun seit mehr als 12 Jahren Hunde. Und ich habe so viele gesehen, die einfach den Schmerz, die Einschränkungen und richtig krasse Krankheitsfolgen wie Lähmungen nicht hätten erleben müssen, wenn der Faktor Mensch verantwortungsbewusst auf die Gesundheit des Bewegungsapparates seines Hundes geachtet hätte. Und das zu erleben, tut mir persönlich echt weh und nimmt mich jedes Mal emotional wirklich mit. Umso dankbarer bin ich für diejenigen Zweibeiner, die sich informieren und ihre Hunde regelmäßig durchchecken lassen, um dann bewusste Entscheidungen im Sinne des Hundes zu treffen.


Neben Rasse und Bewegung ist aber auch das Gewicht als Belastung zu nennen, wenn es zu viel ist. Übergewicht ist nicht putzig. Und ja, traurige Augen eines hungrigen Hundes sind extrem schwer zu ertragen. Aber bitte! Für uns mag es nicht viel klingen. "Ist doch nur ein Kilo. Oder zwei." Je nach Hundegröße ist das aber fatal: Stell Dir 1 kg zu viel bei einem 5 kg-Optimalgewicht-Hund vor. Das sind 20% zu viel. Bei einem 75 kg-Optimalgewicht-Menschen sind das 15 kg zu viel (Gesamtgewicht 90 kg). Die Relation zum Hund ist wichtig. Nicht zu unserem eigenen Gewicht. Und ich kenne leider genug Hunde, da sprechen wir über 4 bis 5 Kilogramm zu viel. Das belastet nicht nur die Gelenke, sondern auch die inneren Organe und das Herz.


Oh und das ist auch wichtig: Die Ernährung im Wachstum. Zur Ausbildung und Entwicklung eines stabilen Bewegungsapparates unverzichtbar. Und wenn die nicht optimal ist - weil es zum Beispiel ein Straßenhund ist, der sich von dem ernähren muss, was er findet - dann kann das dazu führen, dass es auch hier zu Fehlentwicklungen und Erkankungen an Gelenken und Wirbelsäule kommt. Meiner Meinung bedenken das sehr wenige Menschen, wenn sie sich für einen Hund entscheiden. Nicht, dass man einen Tierschutzhund aus diesem Gedanken heraus nicht nehmen sollte. Sondern, dass man verantwortungsbewusst entscheidet, welche Bewegungen kann ich dem Hund zumuten und welche Supplemente können sinnvoll sein, um Gelenke & Co. noch zu unterstützen?


schwarzer Schäferhund am Strand


Wie kannst Du denn nun vorbeugen?


Informiere Dich im Detail zu richtigen und wichtigen Empfehlungen im Bezug auf Ernährung, Bewegung, körperliche und mentale Auslastung.

Nein, es ist nicht zielführend, jedem Hund von Beginn an Grünlippmuschel dauerhaft zu füttern. Gelenkzusätze können ein sehr gutes Tool sein. Aber nicht pauschal. Denn alles, was Du in den Hund gibst, muss dessen Verdauungs- und Entgiftungssystem verarbeiten. Und wäre es nicht sinnvoll, diese Systeme nicht unnötig zu belasten sondern gezielt zu dem Supplement zu greifen, was Deinem Hund hilft und was er braucht? Ja. Wäre es. Dazu später mehr.

Grundsätzlich kannst Du Dir merken: Es gibt Bewegungen, die sind einfach Gift für Rücken und Gelenke. Wildes Springen, schnelle Start-Stop-Bewegungen, enge Wendungen, Sprünge auf und von hohen Höhen, Sprünge auf harte Untergründe, Rennen auf harten Untergründen.

In Kombination mit Herkunft, Alter, Gewicht und Rasse des Hundes sind das wichtige Marker, die Du bei der Arthrosevorbeuge auf dem Schirm haben solltest.

Lass Deinen Hund regelmäßig durchchecken. In der Regel ist das bei einem Physiotherapeuten/Osteopathen gründlicher als bei einem allgemeinen Tierarzt. Aber auch hier gibt es leider große qualitative Unterschiede. Zeigt Dein Hund oft Blockaden oder Verspannnungen, dann braucht er eine Anpassung im Alltagsmanagement. Denn das sind klare Anzeichen, dass sein Körper bereits kompensiert. Und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es körperlich richtig doof wird.


Wenn Du das feststellst, ist es höchste Eisenbahn


schweres Aufstehen nach Ruhephasen

weniger Motivation zu Gassirunden

weniger Spielfreude

Zögern oder Überlegen bei Treppe, Auto rein/raus, Couch/Bett hoch/runter

Berührungsempfindlichkeit an Rücken oder in Gelenknähe

weniger Kondition und Tempo auf den Spaziergängen

erhöhtes Schlaf- und Ruhebedürfnis

Rückzug, Desinteresse an Hundekumpeln

Abwehr oder Aggression gegenüber anderen Hunden (bisher nie ein Thema)

angestrengtes Laufen

Hinken (auch abwechselnd links - rechts, vorn - hinten)

Ausweichen auf harten oder steinigen Untergründen


(kein Anspruch auf Vollständigkeit)


Und wie ist das nun mit dem Alter?


Und um den Kreis zu schließen: Alte Hunde zeigen oft Beschwerden aus einem Arthroseleiden, weil die Gelenke im Laufe der Jahre sich so stark verändert haben, dass die Hunde es nun nicht mehr kompensieren können. Erschreckend oft sind aber auch junge Hunde von Arthrose betroffen, sei es weil sie zu den chondrodystrophen (knorpelfehlentwickelten) Rassen gehören oder weil sie leider nicht stabil genug im Bewegungsapparat entwickelt sind und dafür zu viel Dynamik in ihrem Leben haben. Mein jüngster Patient ist ein 2jähriger Labrador Retriever.


Fazit:


Arthrose entsteht lange bevor uns unsere Hunde körperliche oder Verhaltensveränderungen zeigen. Auch junge Hunde sind zunehmend von Arthrose betroffen. Was als Belastung für jeden Hund zu benennen ist, ist sehr individuell. So wie die für ihn passende Unterstützung und das richtige Alltagsmanagement. DU bist ein entscheidender Faktor. Je mehr Du über solche Erkrankungen und die Risikofaktoren weißt, desto eher kannst Du die richtigen Entscheidungen im Sinne Deines Hundes treffen.


Und nun in eigener Sache - für Dich aber vielleicht ein gutes Tool für mehr Sicherheit:


Der SanaVet mobility - Kompass ist eine umfassende Analyse von Gelenken, Muskeln, Bändern, Sehnen, Wirbelsäule, Nerven & Bandscheiben Deines Hundes. Aber nicht nur der Bewegungsapparat wird gecheckt, sondern auch das Entgiftungssystem. Denn Gelenkgesundheit hat auch ganz viel mit gutem Abtransport von Schlackestoffen zu tun. Beides geht Hand in Hand - Pfote in Pfote quasi. Die Analyse ist für Dich und Deinen Hund völlig stressfrei und wohnortunabhängig machbar.

Du erfährst den aktuellen Status für Bewegungsapparat und Entgiftungssystem. Basierend darauf erhältst Du von mir direkt umsetzbare Alltagsstrategien, die Deinen Hund unterstützen. Und weil es sinnvoll ist, gezielt mit Supplementen zu unterstützen, kannst Du auch aufhören, ständig neue Tipps auszuprobieren und Geld zu verschwenden, während Du Dich fragst, ob das Pulver Deinem Hund hilft. Denn der SanaVet mobility - Kompass analysiert die für Deinen Hund individuell richtigen Zusätze und Vitalpilze punktgenau. Mit einem Fahrplan, wie Du welches Supplement wann und wie lange gibst, hast Du auch alle Sicherheit. Und zu guter Letzt bin ich als Support für Dich persönlich immer da.

Alle weiteren Details zum SanaVet mobility - Kompass findest du hier.


Ach.... und noch mehr spannende Details zum Thema Arthrose findest Du auch in meinem Podcast. Jede Woche mittwochs eine neue Folge rund um die Gesundheit unserer Hunde.

Ich freue mich, wenn Du ihn abonnierst und mit Hundefreunden teilst. 1000 Dank und


doggy greetings - Sandra


eine Frau mit Sonnenbrille und ein schwarzer Schäferhund sitzen auf einer Wiese, die Frau trägt die Sonne in ihrer Hand

 
 
 

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